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UNSER WALTER. Hier finden Sie die schönsten Live-Momente mit Walter Röhrl. EIN NOSTALGISCHER TALK MIT WALTER RÖHRL IM PORSCHE BRAND STORE. Christian Geistdörfer im 924 Carrera GTS anzutreten. Aber der 911 war für Röhrl auch damals das Maß der Dinge, selbst ohne Allradantrieb. Und so ergreift er die Chance, mit dem 911 Carrera SC an einem WM-Lauf teilzunehmen, der Rallye San Remo. Vor der letzten Prüfung lag man aussichtsreich an zweiter Position. Aber ein Achswellenschaden beendete alle Träume. Und die Hoffnung, dass Porsche in den Rallye-Sport einsteigen würde, zerfiel wenige Meter vor dem Ziel zu Staub. Wenn eine Autotür zugeschlagen wird, geht oft eine andere auf. Und da kann Röhrl auch nicht der These des Moderators widersprechen, dass diese Niederlage Basis war für großartige Siege. Denn so konnte (musste!) Röhrl auf unterschiedlichen Fabrikaten – Fiat, Opel, Lancia, Audi – zeigen, dass er nicht nur zufällig das beste Material erwischt hatte: „Vor allem mir selbst wollte ich beweisen, dass ich der Beste sein kann.“ Mit 4 Siegen bei der Rallye Monte Carlo hat er den Beweis gültig erbracht. Im Porsche Brand Store herrscht Stille, wenn „der Walter“ diese und viele andere Geschichten erzählt. Sie wird nur von gelegentlichen Lachern unterbrochen, wenn er mal wieder einen Spruch raushaut. Wie diesen: „Ich bin ein ganz normaler Mensch. Ich habe nur das Glück gehabt, dass ich ein bisschen schneller Auto fahren konnte als andere.“ Etwas schneller? Die legendäre „Nacht von Arganil“ von 1980 erzählt eine andere Story, als Röhrl bei der Rallye Portugal in einem Fiat 131 Abarth im Nebel und „bei nur 20 Metern Sicht“ so viele Minuten auf die Konkurrenz herausfuhr, dass man bis heute rätselt, wie er das gemacht hat. Sein fotografisches Gedächtnis half ihm dabei, aber er war extrem gut vorbereitet, kannte nicht nur jede Kurve auswendig, sondern auch jeden Busch. Walter Röhrl war kein Lebemann, kein Typ für die Disco, Alkohol hat er in seiner Karriere nie angerührt. Er war und ist ein akribischer und leidenschaftlicher Arbeiter, ein echter Profi. „Meine Aufgabe war es, zu gewinnen.“ Aber in großer Jubelpose hat man ihn nur selten gesehen. Seinen Erfolg zu genießen, fiel ihm stets schwer. Unzufriedenheit und Selbstkritik überwogen. Verlieren? „Da war ich 14 Tage unausstehlich.“ Schon immer trieb ihn eine innere Unruhe an, die er – bei allen Erfolgen – nie ganz losgeworden ist. „Aber ich arbeite daran“, fügt er schmunzelnd hinzu. So eine Talkrunde mit Röhrl geht schnell dahin. Noch Stunden könnte man weiterplaudern. Am Ende des Talks stehen die Besucher geduldig Schlange, um ein Autogramm oder Selfie zu ergattern oder um mit dem Meister ein paar persönliche Worte zu wechseln. Röhrl widmet jedem Fan seine volle Aufmerksamkeit. Und da spürt man sie wieder: diese besondere Verbundenheit zwischen Röhrl und seinen Fans, die im Porsche Brand Store wieder einmal zelebriert wurde. Das Phänomen Walter Röhrl ist paradox: Schon immer war „der Lange“ aus Regensburg bodenständig und wollte nie ein Star sein, aber weil er so normal geblieben ist, genießt er Kultstatus. So ganz normal ist Röhrl dann doch nicht, genau genommen ist er in vielerlei Hinsicht ungewöhnlich, als Sportler wie auch als Mensch. Das hat einmal mehr der Gesprächsabend im Porsche Brand Store in Stuttgart bewiesen. Wenn Walter Röhrl spricht, dann hören alle zu. Und wenn Walter Röhrl ins Erzählen kommt, dann geht allen das Herz auf. So ist das eben mit dem ewigen Meister der staubigen Kurven. Zwischen ihm und seinen Fans bestand schon immer eine besondere Beziehung. So träumt beinahe jeder Porsche Fahrer davon, einmal mit Röhrl über die Nordschleife zu fahren. Ähnlich fühlten die Besucher im Porsche Brand Store. Eine Location, die sich perfekt für kleine und feine Talkrunden mit Träumern, Sportlern und Zeitzeugen eignet. Der Moderator stellt den „Star“ des Abends als Fixstern im Porsche Kosmos vor. Denn Röhrl war gefühlt schon immer da. Er ist sogar einige Monate älter als die Marke Porsche, die gerade ihr 75-jähriges Jubiläum feiert. So bietet Röhrl etwas Halt in einer Welt, die ständigen Veränderungen unterworfen ist. Und seine Geschichten? Setzen keinen Staub an, sondern wirbeln Staub auf. Nur selten führen sie geradeaus, oft nehmen sie unerwartete Kurven und Wendungen. So hat sich etwa Röhrls großer Traum, Rallyes mit Porsche zu fahren, nur zum kleinen Teil erfüllt. „Es war der bitterste Ausfall meiner Karriere“, erzählt Röhrl. Anfang der 80er Jahre bekommt er die Möglichkeit, mit Hier erfahren Sie alles über den Porsche Brand Store in Stuttgart. 16 TRÄUME UND TRÄUMER

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